Der Adventskalender

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Aus der ursprünglichen Idee, die Wartezeit bis zum 24. Dezember zu verkürzen, wurde ein kommerzielles Produkt, welches nur noch wenig mit den christlichen Ursprüngen verbindet. Seiner Beliebtheit konnte dies jedoch bis heute nicht schaden.

 

Die Urformen eines Adventskalender lassen sich bis in das 19. Jahrhundert zurückverfolgen. In religiösen, meist protestantischen, Familien wurden im Dezember 24 Bilder mit christlichen Motiven nach und nach an die Wand gehängt, jeden Tag eines. Ein anderer Brauch war es, dass an Wand oder Tür 24 Kreidestriche gemalt wurden und die Kinder täglich einen wegwischen durften, sog. Strichkalender. Auch gab es den Brauch, dass Strohhalme in die Krippe gelegt wurden, jeden Tag einer bis Heilig Abend. Ebenso bekannt sind Weihnachtsuhr oder die Adventskerze, die täglich bis zur nächsten Markierung brennen durfte.

Die bisher bekannteste und früheste Form eines Adventskalender geht auf das Jahr 1851 zurück. 1902 wurde von der evangelischen Buchhandlung in Hamburg der erste gedruckte Adventskalender veröffentlicht, der dem Vorbild der Weihnachtsuhr folgte und 1904 legte das „Neue Tagblatt Stuttgart“ einen Adventskalender als Präsent bei.

Allerdings gilt als eigentlicher Erfinder unseres heutigen Adventskalenders Gerhard Lang (1881-1975), ein schwäbischer Pfarrerssohn aus Maulbronn. Dieser erinnerte sich an seine Kindheitserlebnisse, in denen seine Mutter auf einen Karton 24 Kästchen zeichnete und auf jedes ein „Wibele“ nähte. Aufgrund dieser Erinnerung entwarf er 1908 (oder 1904), mittlerweile einer der Firmengründer der Münchner Lithographischen Kunstanstalt, einen Kalender, der aus zwei Blättern bestand. Auf einem Blatt standen Verse und auf dem anderen Blatt waren Bilder (vermutlich Engelsabbildungen) gedruckt. Täglich wurde ein Spruch vorgelesen und anschließend eines der Bilder darüber geklebt.

Etwa seit 1920 wurden Türchen in das Deckblatt geschnitten und die Bilder hinter die Fensteröffnungen geklebt. Um diese Zeit begann der Siegeszug des Adventskalenders.

Ende der 30er Jahre musste der Verleger Lang seinen Betrieb aufgeben, aber bis zu diesem Zeitpunkt hatte er ungefähr 30 verschiedene Motive für den Adventskalender herausgegeben.

Ein jähes Ende fand der Adventskalender mit Beginn des 2. Weltkrieges. Zum einen da Papier sehr knapp geworden war und zum anderen war es verboten, Bildkalender herzustellen.

Mit der Nachkriegszeit begann der neue Aufstieg des Adventskalenders. 1946 gründete Richard Sellmer einen Verlag und brachte den ersten Nachkriegsadventskalender heraus. Seit 1958 gibt es Adventskalender, die mit Schokolade gefüllt sind.

Die ursprüngliche Bedeutung, die Kinder in freudiger Erwartung auf das Weihnachtsfest hinzuführen, hat sich erhalten. Da der Adventskalender jedoch von Beginn an als ein kommerzieller Handelsartikel betrachtet wurde, traten zwangsläufig die christlichen Motive immer mehr in den Hintergrund.

 

Was ist ein Wibele?

Schwäbische Wibele sind kleine Bisquits, die aus zwei ineinander verschmolzenen Teigtropfen bestehen. Ihren Namen verdanken sie dem Konditor Wibel aus Langenburg, der ab 1763 ein Dessertgebäck, die sog. “Geduldzeltlich”, für den damaligen Fürsten gebacken hat.

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